Dienstag, 31. Juli 2007

Mehr Tango - Mo, 30. Juli

Seit ca. einer Woche benutzen wir immer häufiger die Colectivos - so heißen hier die Busse. Es gibt hunderte von Buslinien in BsAs und meist weiß nur der Busfahrer, wo es wirklich hingeht. Durch das Einbahnstraßensystem ist der Rückweg immer anders als die Hinfahrt, und es ist ein ziemliches Glückspiel, wo man wirklich ankommt. Man steigt in den Bus ein, sagt zum Busfahrer "Ochenta" (80 Centavos = 20 Cent), schmeisst den entsprechenden Betrag in einen Automaten und schon geht es in halsbrecherischer Fahrt weiter. Das ist die absolut billigste und schnellste Art von A nach B zu kommen - sofern man einigermaßen weiß, was man tut.... Die Bibel des Portenos ist das 'GUIA"T" de Bolsillo'. Ein kleines Büchlein mit Stadtplänen, aus dem man entnehmen kann, welcher Bus wohin fährt.

Die Vorfahrtsregeln in BsAs sind auch sehr einfach: Bus und LKW kommen vor Auto, großes Auto vor kleinem Auto, Auto vor Motorrad, Motorrad vor Fahrrad - ja, auch Fahrräder düsen hier herum. Erst wenn keins dieser Gefährte mehr in der Nähe ist, sollte man als Fußgänger die Straße überqueren. Fußgängerampel auf Grün reicht da nicht aus.

Fernando Galera und Vilma Vega sind seit letzter Woche wieder in BsAs und geben an mehreren Tagen der Woche Gruppenstunden in ihrem "Estudio La Esquina". Wir waren am Montag dort. Die beiden sind sehr engagiert und hilfsbereit und - ganz sinnvoll hier in BsAs: sie zeigen Kombinationen, die man auch in vollen Milongas tanzen kann.

Auch unser Canyengue Unterricht geht an mehreren Tagen der Woche weiter. Mittwochs veranstalten Martha und Manolo sogar eine Milonga für Canyengue. Sie werden dieses Jahr auch wieder nach Deutschland reisen, um dort auf einem Festivalito Workshops zu geben.

Im Salon Canning sind wir schon um halb 11 angekommen und konnten uns noch eine halbe Stunde den Gruppenunterricht anschauen, welcher uns nicht gefallen hat - die Lehrer waren nicht sehr engagiert und haben die immerhin 18 Paare die meiste Zeit sich selbst überlassen. Ab Milongabeginn war Tete mit dabei. Später kamen dann die "üblichen" Stars wie El Flaco Dany und andere dazu. Ab halb 2 Uhr morgens füllte sich das bis dahin noch ziemlich leere Canning zusehens.

Montag, 30. Juli 2007

Recoleta - So, 29. Juli

Bei herrlichem Sonnenschein am Sonntag wollten wir uns eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Recoleta anschauen, den Friedhof und die nebenan liegende Kirche Basilica de Nuestra Senora de Pilar.


Wir wohnen ganz in der Nähe, deshalb konnten wir gut zu Fuß hinlaufen. Von weitem sahen wir schon, daß in dem Park Unmengen von kleinen Ständen aufgebaut waren. Hier wurde alles Mögliche an Kunsthandwerk angeboten: Schmuck, Lederwaren aller Art, Mate-Becher, Kleidung, Spielzeug und auch jede Menge Zeugs, was keiner wirklich gebrauchen kann.


An jeder Ecke hatte sich eine Band plaziert und hat Musik gemacht - nix Tango, dafür Rock. Zuschauer, Pärchen und auch Familien mit Kindern, saßen auf der Wiese und ließen sich von der Musik mitreißen.


Lecker gegessen hatten wir im Hard Rock Cafe,
gleich nebenan. Das Lokal ist einfach gigantisch...


Zu dem bunten Treiben um den Friedhof herum gehörte auch eine, aus jungen Leuten bestehende Capoeira-Gruppe.


Danach sind wir dann auch endlich zum Friedhof gelangt. Er entspricht wirklich dem Viertel - hier wird der Reichtum mit monumentalen Mausoleen ausgestellt, wobei das Grab von Eva Perón eher schlicht gehalten ist. Die Kirche nebenan soll die schönste der ganzen Stadt sein, wobei die Fassade eher schlicht gehalten ist, dafür das Innere aber reich geschmückt, 1732 erbaut und weitgehend original erhalten.

Abends waren wir dann auch mal wieder beim Tanzen im Porteno y Bailarin - vorher Unterricht bei Daniel Lapadula, der sehr schöne Kombinationen unterrichtet, die man auf knallvollen Pisten tanzen kann.

DNI Tango - ab Mi, 25. Juli

In dieser Woche hatten wir verschiedene Unterrichtseinheiten im DNI: ich war in verschiedenen Frauenkursen, Tango- und Vals-Kurse hatten wir gemeinsam besucht. Außer Pablo und Dana, die erst wieder Anfang August in Buenos Aires unterrichten werden, unterrichten im DNI-Studio noch zehn weitere, äußerst nette Tangolehrer. Der eigentliche Tanzraum ist recht klein, die Kurse recht voll, so dass einige Paare letztendlich immer im Flur tanzen müssen. Hector war so nett, uns alle Räumlichkeiten des DNI zu zeigen. In den anderen Tanzräumen werden hauptsächlich Privatstunden und Frauenkurse gegeben. Außerdem hat das DNI eine eigene Schuh- und Kleidungs-Kollektion.

Am Mittwochabend sind wir vom DNI gleich in die Villa Malcom zum Unterricht und der Practica von TangoCool gefahren.

Am Donnerstag erst wieder DNI, Daniel Lapadula und danach Milonga im Nino Bien. Zwischendrin waren wir noch ein paar coole Hosen für Christian kaufen.

Nach dem DNI Unterricht am Freitag haben wir uns erst mal bis Samstag krank gemeldet. Helga hat es dieses Mal erwischt.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Practica X - Di, 24. Juli

Vor der Practia X hatten Karina Colmeiro und Raul Masciocchi ein Seminario X gegeben. Die beiden verbinden Tango mit Kontaktimprovisation und zeigen wirklich ungewöhnliche Sachen.

Innerhalb von 2 Stunden ist die Practica X von 10-15 Paaren auf ca. 100 Paare angewachsen. Wir fanden die Athmosphäre recht steril. Ein wenig überrascht waren wir, daß der Musikstil absolut klassich war. Es wurden nur 4 Tango Nuevo Stücke gespielt und es hatten nur wenige Paare während dieser Lieder getanzt - unserer Meinung nach die Touristen. Die meisten Argentinier stehen anscheinend nicht auf Tango Nuevo.

Sonntag, 22. Juli 2007

Canyengue und Canning - Mo, 23. Juli

Nachmittags hatten wir uns mal das Estudio DNI von Dana und Pablo angeschaut. Ich hatte es mir größer vorgestellt. Die Paare des Mittelstufenkurses, der gerade lief, tanzten im Flur und in einem Raum. Das DNI ist übrigens sehr preiswert. 1 1/2 Stunden Gruppenunterricht kosten 2,5 € - 10 x 1,5 Stunden sind für 20 € zu haben. Wir werden das diese Woche noch testen.

Die Canyenguestunden bei Martha und Manolo machen sehr viel Spaß. Es sind nur 4-5 Paare und die beiden gehen sehr individuell auf jeden einzelnen ein. Wenn sie etwas gezeigt haben und sehen, daß ein Paar das ohne Schwierigkeiten tanzen kann, dann zeigen sie diesen noch etwas Neues. So kommen in 1,5 Stunden immer 3-4 neue Figuren dazu. Die Tanzhaltung des Canyengue ist für uns noch das Schwierigste.

Abends im Canning war das Publikum dann wieder ausgesprochen jung und es waren auch viele Touristen da, die kreuz und quer getanzt haben. Das Canning war früher eher ein wenig lieblos eingerichtet. Inzwischen gibt es riesige Bilder an den Wänden - sehr schön. Wir haben uns dann schon vor dem obligatorischen Showtanz so gegen halb 3 in unser Apartment verzogen.

Confitería Ideal - Sa, 21. Juli

Die Confitería Ideal war vom Tanzniveau bislang die schlechteste Milonga, die wir hier besucht haben. Das Showtanzpaar war eine Zumutung und das Orchester - na ja ...

Einkaufsstrassen in BsAs - Sa, 21. Juli


Heute sind wir hauptsächlich in 3 Straßen unterwegs gewesen. In der Suipacha, der Lavalle und der Florida - das sind DIE Einkaufsstrassen in BsAs. Nach nun seit etwas über einer Woche, dürfte ich nun auch fast jeden Schuhladen, den es her gibt, kennen. Auf dem Foto ist Helga dann auch bei ihrer Lieblingsbeschäftigung zu sehen :-)