Freitag, 15. August 2008

Villa Malcom - Do., 14. Aug

Tagsüber hatten wir heute nichts besonderes unternommen, hatten Postkarten und noch einige andere Kleinigkeiten eingekauft. Abends sind wir in den Club Villa Malcom zu Mario und Eugenia gegangen. Der Unterricht vor der Praktika war mit etwas über 20 Paaren sehr voll und auch die Praktika ist sehr erfolgreich. Hier tummelt sich ein überwiegend junges Publikum auf der Tanzfläche und probiert alles Mögliche aus.


Hier ein kurzes Video, wie Mario und Eugenia während ihrer Praktika tanzen.

Donnerstag, 14. August 2008

Chacarita, Zoo y Lo de Celia - Mi., 13. Aug

Wieder ein wunderschöner Tag, den wir mit einem Besuch auf dem Chacarita Friedhof benutzt haben. Hier liegt Carlos Gardel begraben - das Tango Idol hier in Buenos Aires. Die Argentinier sagen über ihn - "cada día canta mejor" - er singt jeden Tag besser. Der Friedhof ist einfach beeindruckend. Auf einer riesigen Fläche gibt es hier tausende von Prunkgräber. Auch unterirdisch findet man noch sehr viele, einfachere Gräber, viele geschmückt mit frischen Blumen.

Von Chacarita sind wir dann mit dem Colectivo 39 direkt zum Plaza Italia gefahren. Dort befindet sich einer der Eingänge zum Zoo von Buenos Aires. Die Anlagen im Zoo sind sehr schön. Es gibt sogar einen kleinen Farm-Bereich, in dem Gänse, Hühner und Kühe gehalten werden. So etwas kennen viele Stadtkinder gar nicht.



Abends trafen wir uns dann wieder mit Rick, Alej und Julie in der Milonga "Lo de Celia", einer sehr traditionellen Milonga. Wir waren alle recht früh dort (18.30 Uhr) und schon um diese Uhrzeit war sie recht gut besucht, die Musikauswahl sehr schön.

Um 21.30 Uhr sind wir alle noch in einem sehr einfachen Restaurant ganz in der Nähe zum Essen gewesen. Dieses Restaurant hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Hier gehen deshalb viele Taxifahrer zum Essen. Es ist recht preiswert, aber überraschenderweise auch sehr gut.

Mittwoch, 13. August 2008

Cholo y Porteño y Bailarin - Di., 12. Aug

Florindo Brindesi, hier in Buenos Aires bekannt unter dem Namen Cholo fertigt Maßanzüge für Tangotänzer an. Mit dem Colectivo 127 dauert es keine 15 Minuten, bis wir vor dem Haus in der Calle Castro 638 stehen. Wir klingeln und nach einer Weile kommt eine nette, ältere Dame und bittet uns herein. Cholo ist dieses Jahr 80 geworden und hat schon für fast jedes bekannte Tangopaar Anzüge angefertigt. Zum Glück habe ich seit geraumer Zeit Unterricht in Castellano, da er ausschließlich Spanisch spricht und eine Unterhaltung sonst unmöglich wäre. Cholo redet sehr viel und ich kenne jetzt jeden in Deutschland, der seinen Anzug bei ihm hat nähen lassen. Die Wände seiner Schneiderwerkstatt sind voll von Visitenkarten und Flyern seiner Kunden.

Das Wetter war heute wieder superschön und deshalb sind wir noch ein wenig spazieren gegangen. Ein Blick auf den Obelisken von der Mitte der breitesten Straße der Welt.

Um halb 7 am Abend sind wir dann mit der Subte, eingepfercht wie die Ölsardinen, zu unserem Apartment zurückgefahren.


Im Porteño y Bailarin war dann erstaunlich wenig los. Das hat sich auch bis nach 2 Uhr morgens nicht geändert. Die angekündigte Live Band wollten wir uns nicht mehr anhören und sind um kurz nach 2 nach Hause gefahren.

Mi Refugio y Canning - Mo, 12. Aug

Von 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr waren wir heute wieder mit Rick und Alej in der "Mi Refugio" Milonga im Centro Región Leonesa. Das Tanzen war, wie schon letzte Woche, sehr schön und es tauchten dieses Mal einige sehr junge Paare auf. Sie waren sicher erst Anfang 20, tanzten auch sehr schön. Das hatte sicherlich etwas mit der Weltmeisterschaft, die demnächst anfängt, zu tun.

Alejandra kennt einen sehr guten Italiener nur einen Block von unserem Apartment entfernt. Dort sind wir dann noch zum Essen hingefahren. "Mama Rosa" ist für Buenos Aires Verhältnisse ein Ausnahmeitaliener, sehr lecker und von außen recht unscheinbar. Dort werden wir in den nächsten Wochen sicher noch öfter hingehen.

Mit vollem Magen sind wir dann noch ins Canning gelaufen, wo die ersten Stunden ziemlich wild durcheinander getanzt wurde. Nach der Showeinlage von Julio Balmaceda und Corina de la Rosa wurde das Tanzen dann wieder viel besser.




Wir hatten uns noch eine Weile mit Julia y Andres Ciafardini unterhalten, die wir im Canning kennengelernt haben. Die beiden unterrichten in Frankreich in Bordeaux. Er ist Argentinier, sie Französin. Er hatte heute 3 Maßanzüge bei Cholo bestellt, zu dem wir Morgen auch gehen wollten.

Montag, 11. August 2008

Ricoleta, La Milonguita y Porteño y Bailarin - So., 10. Aug

Diesen Sonntag sind wir nach Ricoleta gefahren. Dort gibt es um den Friedhof herum sonntags ein großes Fest mit Bands und Animationen für die Kinder und auch unglaublich viele, verschiedene Verkaufsstände. Im letzten Jahr waren wir schon im nahe gelegenen Hard Rock Cafe mit sehr leckeren Baby Back Bar-B-Que Ribs - für Buenos Aires Verhältnisse extrem teuer, aber gut. Im Cafe selbst herrscht ein ohrenbetäubender Lärm von den Musikvideos und den Leuten, die versuchen, bei der Unterhaltung die Musik noch zu übertönen.

Zwischen den ganzen Verkaufsständen gibt es auch eine große Anzahl von verschiedensten Wahrsagerinnen. Irgendwo auf der Wiese stellen sie einen kleinen Tisch mit zwei Campingstühlen auf und warten auf Kundschaft, worauf sie meistens nicht lange warten müssen.




Abends waren wir dann bis ca. 23 Uhr im "La Milonguita", wo Blas und Graciela sehr aufmerksame Gastgeber sind und danach sind wir mit dem Colectivo noch ins "Porteño y Bailarin" gefahren. Der Fahrer hatte uns sogar mitgenommen, obwohl wir nicht genügend Münzen hatten und somit nur für einen von uns zahlen konnten. Das Porteño y Bailarin war zu später Stunde ungewöhnlich leer. Von den letzten Jahren kannten wir es, dass es ab 1 Uhr zusehens voller wird, weil dann die Tänzer vom El Beso herüber wandern, was man dieses Mal gar nicht merkte.


Um 2 Uhr gab es dann noch 4 Showtänze von El Flaco Dany und Luna Palacios.

Sonntag, 10. August 2008

El Arranque y Consagrados - Sa., 9. Aug

Im letzten Jahr waren wir ein Mal am Samstag Abend im El Arranque und waren ziemlich enttäuscht, weil da sehr wenig Tango gespielt wurde. Über 50 % der Musikstücke waren Cumbias und andere Volkstänze. Dieses Jahr wollten wir trotzdem noch einmal die Nachmittags-Milonga ausprobieren. Um 17.00 Uhr war sie recht gut besucht, die Musik war klassisch und hier schwofte wirklich Mutti mit Vati eifrig miteinander redend vor sich hin. Das war für die Argentinier eher ein geselliges Treffen und mit ein bisschen Tanzen und keine Milonga im herkömmlichen Sinn. Nach weniger als einer Stunde sind wir dann auch wieder gegangen.

Zum 4. Mal in dieser Woche sind wir in der Humberto Primo 1462 - Niño Bien - gelandet. Dieses Mal bei der "Milonga de los Consagrados". Wir waren dort von ca. 18 Uhr bis 21 Uhr. Der Raum füllte sich kontinuierlich und man konnte jeden Tango nur ein paar Meter vorwärts tanzen. In der Zeit, die wir anwesend waren, wurden insgesamt 3 Salsa/Rock Tandas gespielt. Auch in dieser Milonga waren überwiegend Argentinier beim Tanzen, wenige Touristen. Samstag ist halt Familientag ...

Zum Ausklang des Abends gab es noch ein paar Empanadas im "Restaurant" der Villa Malcom, die eigentlich ein Sportclub ist. Eugenia, die mit Mario gerade unterrichtete, meinte daraufhin zu mir: "Was, Du nennst das hier Restaurant ...?".

Samstag, 9. August 2008

Entre Tango y Tango - Fr, 8. Aug

Ein Foto im "Colectivo 168" auf dem Weg zur Milonga. Der Bus ist hier schon fast leer, weil der Busfahrer an den letzten Stationen keine Leute mehr einsteigen ließ. Um diese Uhrzeit - 18.00 Uhr - sind die meisten Busse und auch die Subte gesteckt voll...

Wir hatten uns wieder mit Rick und Alej in dem "Centro Región Leonesa" verabredet, wo donnerstags auch das Niño Bien stattfindet. In Buenos Aires ist eine Milonga nicht von der Location abhängig, sondern vom Veranstalter und vom DJ. So kann es sein, daß an einem Tag tolle Tänzer da sind und es voll ist und an einem anderen Tag gähnende Leere herrscht. "Entre Tango y Tango" fängt schon um 18:00 Uhr an und innerhalb von einer Stunde waren fast alle Tische bereits besetzt und man konnte ausschließlich sehr gute TänzerInnen auf der Tanzfläche beobachten. So gegen 21:00 Uhr wurde es dann so voll, dass wir uns entschlossen hatten, erst einmal gemeinsam essen zu gehen. Im Restaurant trafen wir dann noch Alejs beste Freundin. Julie ist Professorin für Anthropologie und beschäftigt sich seit 1976 mit dem Tango.

Nach dem Essen sind wir noch in die Villa Malcom zum Abhängen gefahren. Hier wird nach Mitternacht wieder überwiegend Tango de Salón getanzt, aber in der Version kreuz und quer. Kurz vor 2 Uhr morgens tauchte dann auch noch Amira Cámpora auf, die seit einem Monat wegen einer Fußverletzung nicht mehr tanzen gehen konnte. Uns taten nach dem Tanzen auf dem harten Steinboden der Villa Malcom auch die Füße weh und so waren wir dann gegen halb 3 im Apartment.